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Unter dem Ratturm hindurch kommen Sie auf den Kleinen Ring. Die Südseite des Kleinen Rings ist auf dem zweiten Bering gebaut und hat die Form eines Halbmonds. Als die Befestigungsanlage erweitert wurde, wurde der zweite Bering in die entstandenen Gebäude integriert. Das erklärt auch, weshalb der Kleine Ring diese im 13. Jahrhundert entstandene Form beibehalten hat. In den Häusern dienten die oberen Stockwerke von als Wohnungen während die Räume im Erdgeschoss  als Werkstätten oder Läden genutzt wurden. An Markttagen wurde die Ware unter den Arkaden gelagert und zum Verkauf angeboten. Der gesamte Platz ist von  Arkadengängen umgeben, so dass man bei Regen trockenen Fußes einkaufen konnte. Im Schneider Haus wurden Maße für Kleidungsstücke genommen. In der Apotheke wo heute ein  Apothekenmuseum eingerichtet ist, konnte man Arzneimittel kaufen und in den Fleischerlauben gab es Fleischwaren aller Art. Die seit dem 15. Jahrhundert mit Arkadengängen ausgestatteten  Häuser verleihen dem Kleinen Ring ein außergewöhnliches Ambiente. Heutzutage dient der Platz als multifunktionale Bühne für einige der interessantesten Events. Eine Buchmesse verwandelt den Platz in eine Freiluft-Bibliothek. Künstler  und Handwerker treffen sich hier zum „Handmade Festival“. Die Modenschau „Feeric Fashionweek“ spielt sich auf schwebenden Laufstegen ab. Für den Beach Volleyball Wettkampf  „Sibiu Sands“  werden 350 Kubikmeter Sand gebracht.  Egal ob Sie den Kleinen Ring zum ersten Mal oder schon des Öfteren besucht haben, nehmen Sie sich die Zeit und genießen Sie z. B. einen Kaffee oder ein Erfrischungsgetränk auf einer der zahlreichen Terrassen. Nur so können Sie die besondere Atmosphäre des Platzes richtig erleben.  🤔 Wussten Sie dass:  🔍 um auf dem Jahrmarkt verkaufen zu dürfen, die Händler neben den vorgesehenen Steuern der Stadt auch einen großen Stein spenden mussten? Diese Steine wurden zum späteren Ausbau der Befestigungsanlage benutzt. 🔍 sich im heutigen Apothekenmuseum, um das Jahr 1600, die Apotheke „Zum schwarzen Bär“ befand?  🔍 der Kleine Ring in der kommunistischen Zeit die Bezeichnung „Piața 6 Martie“ (6. März-Platz) tragen musste? 
Piața Mică, Sibiu, Romania
Das Aussehen des Kleinen Rings wird Ihre Neugier erwecken.  Gleich neben der Lügenbrücke steht das barocke frühere Schaser-Haus, heute das „Luxemburghaus“. Die Arkaden aus dem 16. Jahrhundert sind sehr gut erhalten, auch im Erdgeschoss der anliegenden Häuser.  Zwischen diesen Häusern befindet sich ein Durchgang, der den Kleinen Ring mit dem Huetplatz verbindet. Gleich neben dem Durchgang steht ein im neugotischen Stil ursprünglich als Sitz der Griechischen Handelssozietät gebaute Haus, das „Hermes Haus“. Hier befindet sich heute das Astra Film Studio. Gegenüber ist die Nordseite der römisch-katholischen Kirche zu sehen und der Eingang zur ehemaligen Krypta, die 2007 zu einem Kulturzentrum umgebaut wurde. Die Arkadengänge setzen sich auch links vom Ratturm fort. Im Erdgeschoss der benachbarten Häuser befanden sich Ende des 19. Jahrhunderts eine Bäckerei, ein Stoffladen, eine Apotheke, eine Metzgerei und ein Laden für Musikinstrumente. Weiter vorne an der Ecke, unter dem Goldschmiedeturm hindurch steigt man die Fingerlingsstiege hinunter auf den Fingerlingsplatz (Piata Aurarilor). Bleiben Sie auf dem Kleinen Ring und bestaunen Sie die ehemaligen Fleischerlauben (heute Schatzkästlein/Casa Artelor). Unter den Arkaden befindet sich die ASTRA-Volkskunst-Galerie, wo Sie authentische traditionelle Souvenirs kaufen oder bestaunen können. Im gleichen Haus im oberen Stockwerk befindet sich ein Ausstellungsraum des ASTRA-Museums.  Die Fassade des Schatzkästleins schmückt ein stilisiertes Wappen Hermannstadts. Besonders beliebt ist die Lügenbrücke, wo viele Menschen ein Foto machen wollen.  🤔 Wussten Sie dass:  🔍 im Hermes Haus bis 2019 das erste Völkerkundemuseum Hermannstadts „Franz Binder“ genannt, seinen Sitz hatte? 🔎 die Erker und die „Augen der Stadt“, eigentlich so genannte Fledermausgauben,  charakteristisch für die Dächer in der historischen Altstadt sind? 
Piața Mică, Sibiu, Romania
Die Lügenbrücke ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten Hermannstadts. Man sagt, dass dies der Treffpunkt der jungen Hermannstädterinnen mit den Soldaten der österreich-ungarischen Truppen gewesen ist. Hier wurden viele Liebeserklärungen und falsche Versprechen gemacht. Die verärgerten Frauen hätten deshalb die Brücke verflucht, sie möge im Falle von Lügenmärchen einstürzen.  Eine weitere Geschichte besagt, dass falsche Propheten unter dieser Brücke gehängt wurden. Laut anderen Quellen soll der Name der Brücke den Streitigkeiten zwischen den unehrlichen Händlern und den Bürgern der Stadt zu verdanken sein. Egal zu welcher Zeit oder welche Geschichte Sie bevorzugen, Fakt ist, dass die Lügenbrücke ein Symbol der Stadt geworden ist. Sie war die erste gusseiserne Brücke auf dem heutigen Gebiet Rumäniens (1859). Die Brücke ist verziert mit Pflanzenmotiven und vergoldeten Buchstaben.  Heutzutage ist die Brücke mit neuen Bräuchen, wie zum Beispiel dem Anbringen von ,,Liebesschlössern“ verbunden, welche somit neue Geschichten schaffen. Da die Brücke jedoch unter Denkmalschutz steht, lässt die Stadtverwaltung die Schlösser regelmäßig entfernen.  Egal an welche Geschichte Sie glauben, verweilen Sie einen Augenblick auf diesem Übergang zwischen Lüge und Wahrheit, welcher den Huetplatz mit dem Kleinen Ring und somit die Oberstadt mit der Unterstadt verbindet. 🤔 Wussten Sie, dass: 🔎 eine der Namenserklärungen der Brücke sich auf die Bauweise  bezieht. Es handelt sich nämlich um eine Liegebrücke? 🔎 die Brücke am 17. Dezember 1860 eingeweiht worden ist? 🔎 die unter der Brücke verlaufende Burgergasse zur ehemaligen Dragonerwache führt?  
Piața Mică, Sibiu 550182, Romania
5.0 1 review
Sie haben schon öfter das Kürzel „ASTRA“ gehört. Es steht für „Siebenbürgischer Verein für die Literatur und Kultur der Rumänen“ steht. Dieser wurde 1861 in Hermannstadt gegründet. Der orthodoxe Bischof Andrei Șaguna war der erste Präsident des Vereins und die bedeutendsten rumänischen Persönlichkeiten der Zeit waren alle Mitglieder dieses Verbandes. Zu den wichtigsten Zielen der „ASTRA“ gehörten die Förderung der Forschung, Veröffentlichungen in rumänischer Sprache, Gründung öffentlicher Bibliotheken und die Veranstaltung von Ausstellungen. Am 19. August 1905 findet die erste Ausstellung statt und zugleich die Gründung des „ASTRA-Museums“.  Das Gebäude des ASTRA-Museums beherbergt heute die gleichnamige Bibliothek. Das heute ASTRA benannte Museum wurde 1990 gegründet. Sonderausstellungen kann man auch in dem Schatzkästlein am Kleinen Ring besichtigen. Dieses Gebäude beherbergte zeitweilig das Emil Sigerus-Museum für siebenbürgisch-sächsische Volkskunde, das heute als Sektion des ASTRA-Museums im Eingangspavillon des ASTRA-Freilichtmuseums im Jungen Wald untergebracht ist.  Das ASTRA Freilichtmuseum ist eines der bedeutendsten Museen seiner Art in der Welt, welches den authentisch-traditionellen Geist beibehalten hat. Überlegen Sie nicht lange. Das Freilichtmuseum ist eine Einladung, das ländliche vorindustrielle Rumänien zu erkunden. Sie werden unter anderen traditionelle Gehöfte aus verschiedenen Regionen des Landes bewundern können. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, eine Vielfalt an Werkstätten zu erkunden und vielleicht die Geheimnisse dieser Handwerke zu lernen.  Der Besuch dieses Museums ist eine Zeitreise in die Vergangenheit Rumäniens. Die Landschaft der Windmühlen die sich im See spiegeln wird Sie bezaubern. Die Agenda der interaktiven Veranstaltungen bietet hier eine Vielzahl an Überraschungen für Jung und Alt. Je nachdem wie viel Zeit man hat, bieten sich kilometerlange Spaziergänge, Fahrten mit der Pferdekutsche oder mit E-Scootern an. Wenn in der Zwischenzeit sich Hunger oder Durst melden, ist dafür auch gesorgt, vielleicht sogar bei einem traditionellen gastronomischen Event auf dem Dorfmarkt.  🤔 Wussten Sie, dass: 🔎 im Jahre 2019 das ASTRA-Freilichtmuseum mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde? 🔎  ASTRA die lateinische Bezeichnung für Sterne oder Himmelskörper ist?   🔎 das Museum eines der modernsten Restaurierungslabors Rumäniens betreibt? Hier befindet sich eine 2000 Jahre alte Mumie im Konservierungs- und Wiederherstellungsprozess, die bis vor kurzem im „Franz Binder“- Museum im Hermes Haus ausgestellt war.            
Piața Mică 21, Sibiu 550182, Romania
5.0 1 review
Sobald Sie die Lügenbrücke überquert haben, folgen Sie dem dunkleren Streifen im Kopfsteinpflaster, welcher den Verlauf des ersten Berings markiert. Jetzt befinden Sie sich auf dem Huetplatz, dem Herzstück Hermannstadts.  Mit dem Ansiedeln der ersten Siebenbürger Sachsen im 12. Jahrhundert fängt der Bau der ersten Kirche und des ersten Verteidigungsrings an. Nach der Erweiterung der Befestigungsanlage baute man entlang des ersten Berings die Häuser am Huetplatz. Seinen Namen verdankt er dem Königsrichter aus dem 16. Jahrhundert, Albert Huet. Folgen Sie der Häuserreihe nach links, welche eigentlich die Rückseite der Gebäude am Kleinen Ring darstellt. Rechts ist die imposante evangelische Stadtpfarrkirche zu sehen, mit dem Eingang durch die Sakristei. Wenn Sie Glück haben, können Sie vielleicht dem Hermannstädter Bachchor beim Proben lauschen. An der Außenwand des Chorraums sehen Sie eine weitere halbkreisförmige Markierung mit dunkleren Pflastersteinen. Hier sollte der Chorraum erweitert werden.  Bevor Sie nun den Innenhof der Kirche betreten, ist linker Hand eine weitere Markierung zu erkennen. Hier standen die Ladislaus-Kapelle und der Priesterturm, einer der Verteidigungsstürme des ersten Berings.  Neben dem Standort der Ladislaus-Kapelle befand sich das erste Schulgebäude, 1380 urkundlich erwähnt. Auf dem Grundriss der alten Schule wurde im 18. Jahrhundert  das evangelische Gymnasium neu gebaut, das seit 1921 den Namen des Barons Samuel von Brukenthal trägt. Über dem Eingang der Schule – heute Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium -  ist die Inschrift „Ervditioni.Virtuti.Ac.Exemplis.Sacra“ (Stätte für Kultur, Tugend und Vorbild) angebracht. Heutzutage ist der Huetplatz Austragungsort von verschiedenen kulturellen, handwerklichen und gastronomischen  Ereignissen. Jeden Freitag gibt es hier einen Biobauernmarkt. Im Sommer veranstalten die Wandergesellen eine Schauwerkstatt. Hinzu kommen Ausstellungen und Konzerte aller Art.  🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 Baron Samuel von Brukenthal das Gymnasium besucht hat, das seit 1921 seinen Namen trägt? Seinen Palais am Großen Ring und die Sammlungen hat er per Testament  dem evangelischen Gymnasium und der evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt vererbt. 🔎  auch der Humanist Nikolaus Olahus und der Pädagoge Stefan Ludwig Roth, im 16. beziehungsweise im 19. Jahrhundert, diese Schule besucht haben? 🔎 die Bauarbeiten an dem neuen Gebäude der Schule 1781 beendet wurden? Die Jahreszahl kann man auch über dem Eingang der Schule sehen.  🔎 der Innenhof der Schule zugleich auch Kirchhof ist? Somit teilen sich die Schüler den Pausenhof mit den Besuchern der evangelischen Stadtpfarrkirche.  
Piața Albert Huet, Sibiu, Romania
Sie befinden sich vor der evangelischen Stadtpfarrkirche, deren Turm den höchsten Bau der Stadt darstellt. Mit einer Höhe von 74 Metern ist der Turm der evangelischen Stadtpfarrkirche, ursprünglich eine Marienkirche, der zweithöchste Turm Siebenbürgens.  Die Bauarbeiten an der alten Basilika begannen im 13. Jahrhundert. An der Stelle dieser Basilika wird im 14. Jahrhundert mit dem Bau der aktuellen gotischen Kirche begonnen. Das Gotteshaus erlebte mehrere Bauphasen, in denen Struktur und Stil verändert wurden. So wurden die Mauern erhöht und das südliche Seitenschiff zur Halle ausgebaut. Der Turm wird ebenfalls in unterschiedlichen Bauphasen erhöht und erhält seine 4 Ecktürme im 15. Jahrhundert. Aus den Ecktürmen wurden mit Hilfe von Fahnen verschiedene Nachrichten an die Stadtbewohner übermittelt. Vom Turm erklingen die drei Glocken der Kirche, die zusammen mehr als fünf Tonnen wiegen. Die heutige Turmuhr ist seit 1881 in Betrieb und gilt als eines der genauesten Uhrwerke der Stadt.  Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das ganze Dach mit glasierten Ziegeln gedeckt. Das heutige Aussehen des Daches ist einer gründlichen Restaurierung zu verdanken.  Die Fassade wiederspiegelt die Eleganz und Harmonie der Spätgotik.  Vor der Kirche steht die Statue des evangelischen Bischofs Georg Daniel Teutsch.  Das Innere der Kirche beeindruckt mit hohen Gewölben, Chorsäulen und bunten Vitralien. Die Details des Orgelprospekts, des Altars und der barocken Epitaphien tragen zum besonderen Reiz dieses Raumes bei.  Der Übergang der Siebenbürger Sachsen zum evangelischen Glauben, nach der 1517 angefangenen Reformation, spiegelt sich in einigen Details der Kirche wider. Am besten zu sehen an der größten Wandmalerei im Chorraum der Kirche, gemalt im Jahre 1445 vom Künstler Johannes von Rosenau. Im oberen Register des Bogenfelds befindet sich eine Sonne, die eine ältere Mariendarstellung überdeckt.  Im westlichen Teil beherbergt die Ferula u. a. einen vorreformatorischen Flügelaltar, die restaurierte Orgel aus der Martinsberger evangelischen Kirche, Epitaphien, Grabplatten. Auf der Empore ist an der Wand eine Inschrift zu sehen mit wichtigen Ereignissen aus dem 16. und dem 17. Jahrhundert. 🤔 Wussten Sie, dass: 🔎 Baron Samuel von Brukenthal in der Kirche begraben wurde (1803), obwohl Beisetzungen in der Kirche schon ab 1796 verboten waren?  🔎 eine der ältesten Grabplatten in der Ferula aus dem Jahr 1510 stammt und dem Sohn von Vlad dem Pfähler (Vlad Tepes), Mihnea dem Bösen gewidmet ist? Dieser wurde auf dem Huetplatz ermordet. 🔎  die wichtigsten Spender für den Kirchenbau hatten die Ehre, ihre Titel und Wappen an die Wände der Kirche anzubringen. Manche dieser Epitaphien schmücken auch heute das Innere der Kirche.  
Piața Albert Huet FN, Sibiu 550182, Romania
Wenn Sie Ihren Spaziergang um die Kirche fortsetzen, kommen Sie im Westen an das Westportal. Von der Mauer gegenüber können Sie sich an der Dächerlandschaft der Unterstadt erfreuen. Wenn Sie nach unten schauen, erkennen Sie, dass dort die Beringe, die den Huetplatz umgeben, zusammentreffen.  In der Nähe ist ein interessanter Balken aufgestellt, der als „Stock im Eisen“ die jeweiligen Zeichen (Nägel, Knöpfe und andere Metallgegenstände) der Wandergesellen trägt, die in Hermannstadt gewesen sind. Das Haus gleich daneben dient seit 2003 den Wandergesellen als Herberge, wenn sie „auf der Walz“ in Hermannstadt weilen.  Hermannstadt hat die Tradition, für die heutigen Wandergesellen erhalten. Im Sommer gehören Handwerker und Handwerkerinnen in der Kluft zum Stadtbild. Der jeweilige Klang der Werkzeuge deutet auf das ausgeübte Handwerk, Schmied, Steinmetz oder Zimmermann, hin. Bevor Sie die Sagstiege hinunter steigen sollten Sie noch einen Blick auf das evangelische Pfarrhaus werfen Haus. Der Eingang trägt eine gotische Steineinfassung. Darüber ist ein in Stein gemeißeltes Wappen zu erkennen, welches von Pfarrer Johannes von Alzen bestellt und von Andreas Lapicida, einem der besten Steinmetze seiner Zeit, 1504, ausgeführt wurde.  Außerdem sind bei Restaurierungsarbeiten drei vorreformatorische Fresken an der Fassade entdeckt und konserviert worden: Johannes den Täufer, die Heilige Muttergottes Maria mit dem Jesuskind und das Wappen des ungarischen Königs Mathias Corvinus.  🤔 Wussten Sie, dass: 🔎 bevor man auf die Walz ging, mehrere Kriterien erfüllt werden mussten wie: Alter unter 30 Jahre, ledig, kinderlos, keine Schulden und mit niemandem aus dem Heimatort Streit haben? 🔎   das Wappen von Johannes von Alzen einen Löwen mit einem Kreuz und einer Krone zeigt? In den vier Ecken des Wappens sind Johannes der Täufer, Kaiser Friedrich III., Papst Alexander VI. und Johannes von Alzen selbst dargestellt.  🔎  der Huetplatz über die Jahre als Friedhof, Kirchhof und „Grivitei-Platz“ bekannt  war?    
Piața Albert Huet Nr. 3, Sibiu, Romania
Gehen Sie zurück zum Sagturm, der ein Teil der Gesellenherberge ist. Sie befinden hier am Standort des ersten Berings der Stadt, welcher im 12. Jahrhundert aus Flußsteinen gebaut wurde. Der Sagturm diente als Haupteingang zur Stadt. Hier zogen sich die Bürger „Cibiniensis“ im Falle von Angriffen zurück. Im Zuge des Mongolensturms 1241 wurde dieser erste Bering zerstört. Es folgte der großangelegte Ausbau der Verteidigungsanlage.  Steigen Sie die ersten Stufen hinunter und betrachten Sie rechter Hand den sogenannten Bußwinkel, den Aufgang aus der Unterstadt am ersten Bering entlang zur Stadtpfarrkirche. Früher stand unter das Siechenhaus, das erste Spital der Stadt, das 1291 von den Brüdern zum heiligen Geist gegründet worden war.  Heute  befindet sich hier ein Altenheim und die Siechenhauskirche wird von der rumänischen-orthodoxen Kirche genutzt. Der Eingang dazu befindet sich in der Siechenhausgasse/Str. Azilului. Am unteren Ende der Sagstiege befinden sich zahlreiche Restaurants und Terrassen. Beim Blick auf die evangelische Stadtpfarrkirche bemerken Sie, wie steil der Abhang ist. Die Hermannstädter erzählen auch heute noch, wie der zweitgrößte Kirchturm Siebenbürgens errichtet wurde. Handwerker aus Hermannstadt machten sich auf den Weg nach Bistritz (Bistrita) um den damals höchsten Kirchturm mit einem Seil abzumessen. Nachdem die Arbeit beendet wurde, luden die Bistritzer die Hermannstädter Handwerker zu einem Fest ein, bei dem einige Bistritzer etwa von dem Seil abschnitten.  Nun bleibt es Ihnen überlassen, wie Sie in die Oberstadt zurück gelangen. 🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 das Siechenhaus eines der ältesten Spitäler auf dem Gebiet des heutigen Rumänien war? 🔎 die Sagstiege Richtung Zibinsmarkt führt? Nehmen Sie sich Zeit diesen Markt zu besuchen, schon allein die Verkaufshalle für Käse lohnt sich.   
Strada Turnului, Sibiu, Romania
1.0 1 review
Erbaut im 15. Jahrhundert, ist dieses eine der best erhaltenen gotischen Ensembles des Landes. Während Ihres Aufstiegs zur Fleischergasse werden Sie die steinernen Fenstereinfassungen, den Erker und die Loggia zur Straße bemerken. Das denkmalgeschützte Ensemble wird auch noch als „Altes Rathaus“ bezeichnet, da es diesem Zweck von 1545 bis 1948 gedient hat. Das Gebäude hat über die Jahrhunderte auch weitere Rollen übernommen, darunter das Archiv der Sächsischen Nationsuniversität, Stadtgefängnis, Sitz der Forstverwaltung, Sitz des Gerichtshofs, Sitz der Stadtpolizei, Sitz der Feuerwache und Depot des Brukenthalmuseums. Nach 1990 zieht hier das Historische Museum, eine Abteilung des Brukenthalmuseums, ein.  Das Historische Museum trägt heute den Namen der Persönlichkeit, die den Bau angeordnet hat, Thomas Altemberger. Für mehr als 20 Jahre ist dieser Bürgermeister und Königsrichter der Stadt gewesen. Ein weiterer Grund weshalb Thomas Altemberger in die Geschichte der Stadt einging, ist der „Altemberger Codex“, eine Sammlung von Gesetzen, die dieser der Stadt schenkte. Sein Erfolg und Reichtum, der zum Bau eines der erstaunlichsten Hermannstädter Bauten führte, verdankte er zum Teil seiner Heirat mit Afra von Salzburg. Nach dem Tod Altembergers, heiratet Afra von Salzburg den Königsrichter Johann Lulay, der das Haus somit erbte.  Über dem Eingangstor kann man, auf einer steinernen Gedenktafel, einen lateinischen Text erkennen welcher an den Besuch von Kaiser Josef II. erinnert.  Ein Besuch des Museums wird Ihnen Informationen über die Geschichte der Stadt vermitteln, sollten Sie jedoch nicht ausreichend Zeit zur Verfügung haben, gönnen Sie sich 10 Minuten, um wenigstens den Innenhof zu erkunden. Der Wohnturm, die Galerie und die gemeißelten Wappen sind nur einige der Elemente, die Sie überraschen werden. Einzigartig in Siebenbürgen ist die Loggia im Garten die um 1491 erbaut wurde. An unterschiedlichen Stellen sind die Wappen von Thomas Altemberger und seiner Frau Afra von Salzburg angebracht. Dabei handelt es sich um Werke des berühmten Steinmetzes Andreas Lapicida, dessen Unterschrift (in Form eines Andreaskreuzes) leicht zu identifizieren ist.  🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 im Innenhof des Museums die 1915 ursprünglich aus Holz errichtete Statue des „Eisernen Soldaten“ steht? Diese wurde später mit Metallplaketten versehen, die die Initialen oder die kompletten Namen der Leute zeigen, die während einer Spendenaktion im Ersten Weltkrieg für Kriegswitwen, Geld gesponsert haben. 🔎  eine der Ausstellungen die Siedlungsgeschichte Südsiebenbürgens von der Steinzeit bis zum Mittelalter zum Inhalt hat? 🔎 einer der schönsten Säle im Gebäude der Sitzungssaal des Hermannstädter Magistrats ist?       
2 Strada Mitropoliei, Municipiul, Sibiu 550179, Romania
Setzen Sie Ihren Spaziergang durch die Fleischergasse (Strada Mitropoliei) fort. Diese Gasse wird symbolisch auch die Ökumenische Straße Hermannstadts genannt. Bei genauerem Hinschauen werden Sie auch verstehen. Hier befinden sich Kirchen unterschiedlicher Konfessionen. Zunächst sehen Sie linker Hand die 1786 erbaute Reformierte Kirche, deren mehrfarbiges Kirchturmdach in den Himmel ragt. In der Mitte der Gasse erhebt sich ebenfalls zu Ihrer Linken die imposante orthodoxe Kathedrale „Heilige Dreifaltigkeit“. Kurz vor dem Ende der Gasse steht rechts die evangelische Johanniskirche, heute Teil des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums.  Vergessen Sie während des Spaziergangs nicht, die Fassaden der Häuser zu betrachten. An dem ersten Haus neben dem Historischen Museum können Sie das in dem 16. Jahrhundert gemalte Wappen der Schneiderzunft sehen. Haben Sie schon erfahren, was der Gegenstand im Wappen ist? Neben der Reformierten Kirche befindet sich ein enger Durchgang, das Ballgässchen, das die Verbindung zur Heltauergasse (Strada N. Balcescu) herstellt. Neben dem Durchgang fällt das Haus mit den Steinernen Jungfrauen auf, das seinen Namen von den beiden Karyatiden erhalten hat, welche den Balkon des Hauses stützen. An dieser Stelle stand früher das Haus von Sebastian Hann, eines der bekanntesten Goldschmiedemeister der Stadt. Sein heutiges Aussehen erhielt das Haus im 18. Jahrhundert, als hier die Witwe des Leutnants Gregorius Bethlen, die Komtesse Rahel Bethlen, wohnte.  Einige Schritte weiter rechts sehen Sie den Hauptsitz der Rumänischen Post in Hermannstadt. Betrachten Sie die dekorativen Elemente an der Fassade. Die Sonnenuhr zeigt heute immer noch die richtige Uhrzeit an. Ein weiteres interessantes Detail ist ein Relief welches eine Person darstellt, die ein Telegramm verfasst und währenddessen einen Brief von einer Taube erhält. Auf der gleichen Straßenseite beherbergt das grüne Gebäude den Sitz der Rumänischen Nationalbank.  🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 2007 mehr als 2500 Pfarrer und Gläubige verschiedener Konfessionen an der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Hermannstadt teilgenommen haben? 🔎  Sebastian Hann (1644-1713) der bekannteste Goldschmied Siebenbürgens gewesen ist? Einige seiner Werke (Pokale) können Sie im Museum der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien im Teutsch-Haus bei der Johanniskirche bewundern.  🔎  der Gottesdienst in der Reformierten Kirche in ungarischer Sprache gehalten wird? Grund dafür ist, dass die Gemeindemitglieder Ungarn waren und sind. Seit 2007 beherbergt die Kirche eine Kunstgalerie. 
Strada Mitropoliei, Sibiu, Romania
5.0 4 reviews
Hallo und herzlich willkommen zu dieser Audioführung, die Sie auf einen Spaziergang zur  Erkundung von Hermannstadt einlädt. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit, etwa 1-2 Stunden und entdecken Sie einen Teil der Altstadt in unserer Begleitung. Besorgen Sie sich einen Stadtplan und reisen Sie mit uns durch Raum und Zeit. Hören Sie sich die Geschichten an und lassen Sie sich verführen!   Sie befinden sich gerade im Touristeninformationszentrum des Bürgermeisteramtes von Hermannstadt, wo wir Sie herzlich willkommen heißen und zugleich hoffen, Sie als Freund oder Freundin wiederzusehen. Nachdem Sie sich über die aktuellen Veranstaltungen informiert haben, möchten Sie sich vielleicht die laufende Ausstellung ansehen oder ganz im Gegenteil sich sofort auf den Weg machen.   Betreten Sie den Innenhof, wo die Geschichte der Stadt am Zibin beginnt. Genau an diesem Ort fand 2019 das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union statt. Zudem wurden hier viele wichtige Veranstaltungen der Stadt abgehalten. Sie brauchen sich aber nicht zu beeilen. Bewundern Sie den Ort, an dem Sie sich gerade befinden und lassen Sie sich von den Architekturelementen des Jugendstils verzaubern. Betrachten Sie die hinaufführende Wendeltreppe oder die Verzierungen der Buntglasfenster, in die das Stadtwappen eingearbeitet ist: zwei gekreuzte Schwerter, drei Blätter und eine Krone auf einem dreieckigen roten Schild. Diese Elemente werden Sie auch an der Glasvitrine mit dem Stein wiederfinden, in den Hermann, der Anführer der sächsischen Siedler, der Legende nach sein Schwert hineinstieß und auf diese Weise andeutete, dass dieses Gebiet zur neuen Heimat werden soll. Die anderen folgten seinem Beispiel zustimmend nach und so entstand das Symbol dieser Siedlung. Das geschah im 12. Jahrhundert, als Hermannstadt in einer päpstlichen Urkunde unter dem Namen „Cibinium“ erstmals erwähnt wurde. Daher lautet auch die Devise der Stadt wie folgt:„Hermannstadt, jung seit 1191”!    🤔  Wussten Sie schon? 🔍 Das Bürgermeisteramt von Hermannstadt befindet sich in einem der jüngsten Gebäude am Großen Ring. 🔍 Die Bauarbeiten an dem Gebäude, das als Sitz der damaligen Bodenkreditanstalt dienen sollte, wurden 1906 abgeschlossen.
2, Samuel Brukenthal, Entrance F (from Piaţa Mare), Sibiu 550178, Romania
Das Symbol der rumänischen Orthodoxie in Hermannstadt stellt die orthodoxe Kathedrale in der Fleischergasse dar. Die der Heiligen Dreifaltigkeit geweihte Kathedrale wurde am 30. April 1906 eingeweiht. Die Genehmigung und die finanzielle Unterstützung für den Bau der Kathedrale, erhielt Metropolit Ioan Metianu von Kaiser Franz Josef I..  Die Kathedrale ist ein neo-byzantinischer Bau mit quadratischem Grundriss und zentraler Kuppel und vier - ebenfalls mit einer Kuppel  gekrönten Türmchen an den Ecken. Die Kuppel verfügt über einen Durchmesser von 15 Metern und die beiden Glockentürme sind jeweils 45 Meter hoch.  Besuchen Sie die Kirche und lassen Sie sich von dem Duft nach Weihrauch und vom Licht welches durch die Fenster der zentralen Kuppel dringt verzaubern. Die Ikonostasis wurde aus vergoldetem Eichenholz gefertigt. Die Innenmalerei hat der Hermannstädter Maler Octavian Smigelschi gemeinsam mit seinem Landsmann Arthur Coulin angefertigt.  Egal welchem Glauben Sie angehören, nutzen Sie diesen ruhigen Moment. Im Hof können Sie auf  Wunsch der orthodoxen Tradition folgen, und je eine Kerze für die geliebten Personen – lebende oder verstorbene - anzuzünden. Dabei wird auch ein Gebet gesprochen.  Gegenüber steht das im Brancoveanu-Stil gebaute Gebäude der „Andrei Saguna“-Fakultät für Orthodoxe Theologie. Daneben befindet sich der 1864 gebaute Sitz des Metropoliten von Siebenbürgen.  🤔 Wussten Sie, dass::  🔎 auf dem Altar der Kathedrale ein aus vergoldetem Metall hergestelltes Klein-Modell der Kathedrale steht? 🔎 die größte Glocke der Kathedrale, 1345 kg wiegt? Auf der Glocke ist die Inschrift „Ihr Ruhm ging ins ganze Land und Ihre Reden bis ans Ende der Welt“, zu lesen.      🔎 der Bischof Andrei Saguna seine letzten Jahre in Rășinari bei Hermannstadt verbracht hat? Auf seinen Wunsch hin wurde er ohne großen Aufwand auf dem dortigen Friedhof begraben. 
Strada Mitropoliei, Sibiu, Romania
5.0 1 review
Weiter auf der Fleischergasse, gegenüber des Astra-Parks, werden Sie den Turm der Evangelischen Kirche „Heiliger Johannes“ entdecken. Die Hermannstädter nennen sie die Johanniskirche. Wie alle Kirchen der Stadt, ist auch diese ein Ort, wo nicht nur Gottesdienste sondern auch kulturelle Ereignisse stattfinden.  Gebaut im 19. Jahrhundert als Teil des Evangelischen Waisenhauses besitzt diese Kirche zwei Skulpturen, welche „Johannes den Täufer“ bzw. den „Johannes der Evangelist“ darstellen. Das Gebäude des ehemaligen evangelischen Waisenhauses beherbergt das Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch, ein evangelischer Bischof und Historiker.  Steht das Tor offen, können Sie den rechteckigen Innenhof betreten, der im Südwesten von den Überresten der alten Befestigungsmauer begrenzt ist. Diese kleine Oase nutzen Gäste des Erasmus-Büchercafés und Besucher des Landeskirchlichen Museums gerne. Sollten Sie Zeit haben und neugierig sein, einiges zur Geschichte der Siebenbürger Sachsen zu erfahren, so besuchen Sie dieses Museum. Hier können Sie eine Kopie der ersten urkundlichen Erwähnung Hermannstadts, Kultgegenstände, siebenbürgisch-sächsische Volkstrachten aus unterschiedlichen Regionen, eine Sammlung aus der Schatzkammer der Siebenbürger Sachsen,  sehen. Eine chronologische Tour wird Sie aufklären, wie die deutschen Siedler nach Siebenbürgen kamen, und warum viele von ihnen nach dem Zweiten Weltkrieg ausgewandert sind. Im Teutsch-Haus werden auch Sonderausstellungen gezeigt und Vorträge angeboten. Außerdem befinden sich hier das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien und eine Bibliothek.  🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 eine der Hauptattraktionen des Museums eine Sammlung von Werken der besten Goldschmiede Siebenbürgens ist? 🔎 die Ausstellung auch die Entwicklung des deutschen Schulwesens in Siebenbürgen zeigt? Eine Entwicklung, die ohne die evangelische Kirche wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.  🔎 eine weitere Attraktion die Sammlung mit Puppen in siebenbürgisch-sächsischen Volkstrachten aus allen Regionen Siebenbürgens ist?         
Strada Mitropoliei 32, Sibiu 550179, Romania
Nach dem Spaziergang durch Straßen und an Gebäuden vorbei, laden wir Sie ein zu einem Aufenthalt im schattigen ASTRA-Park. Im 19. Jahrhundert wurden die Mauern und Wehrtürme der Befestigungsanlage abgetragen oder in die neue Infrastruktur eingegliedert. 1879 wurde der „Verein zur Verschönerung der Stadt Hermannstadt“ gegründet, der sich für die Einrichtung der Grünflächen der Stadt einsetzte. Der Stadtpark (heute ASTRA-Park) war dessen erstes bedeutsames Projekt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt der Park sein heutiges Aussehen, und Dank des ASTRA-Vereins wurden hier mehrere Büsten rumänischer Persönlichkeiten aufgestellt.  2007 wurde in der Mitte des Parks ein Springbrunnen gebaut, welcher den Park im Hochsommer angenehm und lebhaft gestaltet. Dank der Schachtische ist der Park auch ein Treffpunkt der Liebhaber von Brettspielen. Wenn Sie jemanden herausfordern wollen, nur zu.  Beim Eingang zum ASTRA-Palais fallen die zwei Atlanten auf, welche diesen bewachen. Gebaut wurde das Palais zwischen 1903 und 1905, diente als Hauptsitz des ASTRA-Vereins und beherbergte ein volkskundliches Museum aber auch das Archiv und die Bibliothek des Vereins. Das Museum wurde 1906 eingeweiht.  Durch seine viktorianischen Innenverzierungen ist der Lese-Saal im zweiten Stock einer der schönsten Veranstaltungsräume der Stadt. Auf der Bühne des Palais hat die erste rumänische Theatervorstellung in Hermannstadt stattgefunden. Heute finden hier Sonderveranstaltungen wie Buchpräsentationen, Jazz- und Klassische Konzerte, Theatervorstellungen statt. Das Palais ist auch Sitz der Astra-Bibliothek. Links vom ASTRA-Palais befindet sich die Kinderklinik. Das Gebäude diente ursprünglich den Besuchern des Volksbades als Sanatorium und Gasthaus.  🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 der Bau des ASTRA-Palais 158.426 Kronen gekostet hat? Das Geld wurde durch Spenden und Steuern der Mitglieder gesammelt. 🔎 der Hauptsekretär des Vereins, Dr. Cornel Diaconovici, eine wichtige Rolle beim Eintreiben des Geldes für das Palais spielte? Außerdem ist Dr. Cornel Diaconovici der Herausgeber der ersten rumänischen Enzyklopädie 🔎 das erste im ASTRA-Palais aufgeführte rumänische Theaterstück „Fântâna Blanduziei“ von Vasile Alecsandri gewesen ist? 
Strada Mitropoliei, Sibiu, Romania
Beim Ausgang aus dem ASTRA-Park werden Sie viele Menschen sehen, die in der Heltauergasse, der zentralen Fußgängerzone, unterwegs sind. Den Namen verdankt die Straße dem Städtchen Heltau, das ca. 15 km weit von Hermannstadt liegt. Die Reisenden, die die Stadt an dieser Stelle betraten, mussten durch das Heltauer Tor, welches sich bis Ende des 19. Jahrhunderts an dieser Stelle befand.  Auf dem Weg zum Großen Ring gehen Sie vorbei an Restaurants und Terrassen aller Art, an verschiedenen Läden, wo es u. a. Kosmetikartikel, Schmuck, Uhren, Brillen, Pelze, Hüte, Kleidung, Fleisch- und Backwaren zu kaufen gibt. Auf halber Distanz zum Großen Ring fällt am Dachfirst des Hauses Nr. 22 eine Wetterfahne auf, die eine stilisierte Katze darstellt und das hohe Satteldach zieren zwei Fledermausgauben. Weiter rechts steht auf Nr. 19 das Bielz-Haus mit einer grünen Fassade und einem Erker.  Einige Schritte weiter erreichen Sie einen etwas breiteren Straßenabschnitt mit einem Springbrunnen. Weiter links Richtung Großer Ring steht ein massives Eckhaus, welches dem Hermannstädter Korpskommando in Habsburger Zeiten als Sitz gedient hat. Hier stand das erste Hotel der Stadt, ,,Zum Blauen Stern“, das später – zu Ehren des Besuches von Kaiser Josef II. - den Namen „Zum Römischen Kaiser“ erhalten hat. Das neue Gebäude des Hotels wurde 1859 daneben gebaut, im Stil der Neu-Renaissance. 🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 während des Internationalen Theaterfestival die gesamte Fußgängerzone von Tänzern, Akrobaten und Schauspielern belebt wird? 🔎 Das Bielz Haus nach dem bekannten Historiker, Kurator und Ethnografen Dr. Julius Bielz benannt wird? Seine Frau Josefine Bielz hat in diesem Haus den „Frauenverein zur Unterstützung der evangelischen Mädchenschule A. B. in Hermannstadt“ gegründet.  🔎 Von 1905 bis 1970 die Straßenbahn auch durch diese Straße gefahren ist? 
Strada Nicolae Bălcescu, Sibiu, Romania
Sollten Sie noch nicht zu müde vom Souvenireinkauf sein, wenn Sie die Honterus-Gasse (Papiu Ilarian) erreicht haben, dann laden wir Sie ein, die Stadt weiter zu erkunden. Je genauer Sie hinschauen, desto mehr interessante Details werden Sie erkennen. Dächer mit „Augen“, Fassaden mit Reliefmotiven und verzierte Tore, so wie das Sonnenmotiv am grünen Tor am Eckhaus zur Wiesengasse (Tipografilor), die von der Honterus-Gasse abzweigt. In diesem Gebäude wohnte u. a. der Dramaturg und Regisseur Radu Stanca, dessen Namen das Hermannstädter Nationaltheater trägt. Seinen Namen werden Sie auch auf der „Ruhmesmeile“ im nebenstehenden Park sehen.  Ein paar Schritte weiter befinden Sie sich in der Harteneckgasse (Cetății),  auch als die „schönste Straße der Stadt“ bekannt. Dieser Beiname verdankt sie der gut erhaltenen Befestigungsanlage und den drei erhaltenen Wehrtürmen, die auch als Harteneck-Türme bekannt sind. Die Türme wurden von den Zünften gebaut und instand gehalten, nach denen sie dann auch benannt wurden: Der Zimmermannsturm, der Töpferturm und der Armbruster-/Weberturm.  Im 16. Jahrhundert hatte Hermannstadt eine der am besten ausgestatteten und effizientesten Befestigungsanlagen Siebenbürgens. Die Mauern umschlossen zirka 80 Hektar der Stadt ein und verfügten über 39 Wehrtürme. Das wichtigste Element aber waren die Einwohner und die Ausstattung mit moderner Militärtechnik. So ist zu erklären, weshalb „die rote Stadt“ auch niemals von feindlichen Truppen eingenommen wurde.  Beim Spaziergang im Zwinger, der Oberen Promenade, kann man die Ruhmesmeile des Theaterfestivals bewundern, auf der namhafte Persönlichkeiten aus Theater, Film und Tanztheater mit einem Stern geehrt werden. Wenn Sie an der Unteren Promenade an der Stadtmauer entlang gehen, dürfte es Ihnen schwerfalle, zu glauben, dass sich dort, wo der vierspurige Coposu-Boulevard verläuft, sich einmal ein Wassergraben befand.  🤔 Wussten Sie, dass: 🔎 der Park entlang der Harteneckgasse ein Schauplatz vieler Veranstaltungen geworden ist, wie das Weinfest, das Kraftbierfest und die Artsy-Kunsthandwerksmesse? 🔎 obwohl sie dem gleichen Zweck dienten die Wehrtürme unterschiedliche Grundrisse aufweisen?  🔎  seit 2013 Jahr für Jahr im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals weitere Sterne auf der „Ruhmesmeile“ hinzu kommen? 
Strada Alexandru Papiu-Ilarian, Sibiu, Romania
Wir sagten schon, dass Hermannstadt mit der militärischen Technologie der Zeit Schritt gehalten hat. Als im 16. Jahrhundert die Kanonen erfunden wurden, eigneten sich die kleinen Wehrtürme nicht dafür. Somit fängt der Bau des „Dicken Turms“ an.  Wenn Sie, Ihren Weg bis zum Ende des Parks fortsetzen, werden Sie gegenüber des Zimmermannturms zu Ihrer rechten, einen Torbogen sehen. Beim Ausgang aus der „schützenden“ Befestigung treffen Sie den „neuen Feind“ des 21. Jahrhunderts, vor dem uns die Befestigungsanlage schützt: den Trubel der heutigen Stadt. Erforschen Sie für einige Momente die weiß angestrichene Fassade und die asymmetrischen Fenster, früher Schießscharten des Dicken Turms.  Das gelbe Dreieck an einer Seite des Dicken Turms markiert die ehemalige Erdhöhe. Sie können nun den gleichen Weg zurück zu gehen, oder Sie gehen um den Dicken Turm herum durch den Innenhof der heutigen Staatsphilharmonie und steigen die Treppen im früheren Schneiderturm hoch zurück in die Harteneck Gasse (Strada Cetății). Ganz wie Sie wünschen. Die Inschrift „1788-2004“ an der Fassade des Thalia-Saals deutet auf den ersten und bisher letzten Umbau des Dicken Turms hin. 1788 wurde dieser zum ersten Theater in Siebenbürgen umgebaut und nach eingehenden Restaurierungsarbeiten ist 2004 hier die Hermannstädter Staatsphilharmonie eingezogen.  🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 der Buchdrucker und späterer Bürgermeister Hermannstadts, Martin Hochmeister, die Initiative ergriffen hat, 1788 im Dicken Turm ein Theater zu errichten? Die Bauarbeiten dauerten ca. 1 Jahr. 🔎  „Thalia“ der Name der Muse der Komödie und der idyllischen Dichtung ist, und alt-griechisch „die Fröhliche, die Blühende“ bedeutet?  🔎  hier Veranstaltungen wie das „Sibiu Opera Fest“,  die ,,Rumänisch-amerikanischen Musiktage“ und das  ,,Carl Filtsch-Klavier-Interpretations- und Kompositionswettbewerbsfestival“  stattfinden?       
Strada Cetății 3-5, Sibiu 550160, Romania
Aus dem Hof, links vom Thalia Saal (Staatsphilharmonie) werden Sie von einigen Modelldinosauriern angestarrt. Diese sind bis zu acht Meter hoch und Teil einer ständigen Freiluft-Ausstellung des Naturhistorischen Museums. Sie dienen sowohl dem Bildungs- als auch dem Erholungsprogramm.  An der Fassade erkennt man die römische Zahl „MDCCCIXIV“(1894). Erinnern Sie sich noch daran, wie man diese entziffert?  Im Jahre 1848 entschied sich eine Gruppe gebildeter Siebenbürger Sachsen, die die Leidenschaft für die Natur teilten, den Siebenbürgischen Verein für Naturwissenschaften zu gründen. Um die stetig wachsende Sammlung an Mineralien, Pflanzen und Tieren unterzubringen und ausstellen zu können, beginnen 1891 die Bauarbeiten an dem Gebäude, welches diesen Zweck erfüllen soll. Die Baukosten trugen die Mitglieder des Vereins.  Von außen erkennt man einen klassizistischen Baustil. Das Museum ist innen auf drei Ebenen organisiert. Das Innendesign und die Ausstellung sind sehenswert. Sie haben die Möglichkeit, seltene Tierexemplare, wie zum Beispiel eine Polareule aus der Arktis oder die Fossilien eines Mammuts, zu sehen. Sehenswert ist auch die Sammlung mit exotischen Schmetterlingen.  1880 wurde der Siebenbürgische Karpatenverein gegründet. Dieser setzte sich die Markierung von Wanderwegen und den Bau von Schutzhütten zum Ziel.  Ein Jahr davor, 1879, war der Verein zur Verschönerung der Stadt Hermannstadt gegründet worden, dessen Mitglieder die Anlage von Stadtparks als Ziel hatten.  Alle diese Initiativen deuten auf den ausgeprägten Gemeinschaftssinn der Siebenbürger Sachsen hin. Was für einen Verband oder Verein würden Sie in Ihrer Stadt gerne gründen?  🤔 Wussten Sie, dass:  🔎 der Siebenbürgische Karpatenverein im November 1880 auf Betreiben des Volkswirtschaftlers und Politikers Dr. Carl Wolff gegründet wurde? 🔎 s sich bei den im Hof ausgestellten Dinosauriermodellen um Hypsilophodon, Tyrannosaurus Rex, Tryceraptor, Diplodocus, Velociraptor und Pterosaurus handelt? Das größte Modell ist 8 Meter hoch. 🔎 der Verein zur Verschönerung der Stadt Hermannstadt unter anderen auch die Obere und Untere Promenade angelegt hat?       
Strada Cetății 1, Sibiu 550160, Romania
Nachdem Sie die bunten Fassaden der Häuser in der Harteneckgasse (Strada Cetatii) bewundert und fotografiert haben, folgen Sie dem Durchgang gegenüber dem Thalia-Saal in die  Wiesengasse (Strada Tipografilor), wo vor geraumer Zeit die Töpfermärkte stattgefunden haben. Rechter Hand kommen Sie auf den Schillerplatz. Unter dem Erker am Eckhaus werden Sie in einer Nische die Bronzebüste von Friedrich Schiller sehen. Gustav Nussbächer, ein auf die Herstellung der Hermannstädter Salami spezialisierter Metzger des 20. Jahrhunderts, spendete diese Büste der Stadt. Die Büste wurde zunächst zum 150. Geburtstag des Schriftstellers im Stadtpark enthüllt. Genießen Sie einen ruhigen Moment auf einer der Bänke an dem Springbrunnen. Gegenüber sehen Sie eine reich dekorierte Fassade mit Eisengittern vor den Fenstern. Dieses Haus gehörte dem Bürgermeister Martin Hochmeister und hat u. a. auch Kaiser Joseph II. zu Gast gehabt. Im gleichen Haus wuchs auch der Enkel von Martin Hochmeister, Emil Sigerus, auf. Emil Sigerus verdanken wir die Chronik der Stadt Hermannstadt von 1100 bis 1929. Nachdem sie die Wintergasse (Strada Timotei Popovici) überquert haben, sehen Sie auf der rechten Seite den Sitz der Staatsarchivs. Der von Architekt Josef Bedeus von Scharberg im Stil der Jahrhundertwende mit eklektischen Elementen ausgeführte Bau stammt aus den frühen 20-er Jahren des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude wurde als Archiv der Sächsischen Nationsuniversität entworfen und gebaut. Der Verwaltungstrakt ist durch einen dreiachsigen Verbindungskorridor von dem Archivdepot getrennt, für den Fall eines Brandes. Dieses Gebäude ist das erste in Rumänien gebaute Haus, welches diesem Zweck diente. Es bewahrt Dokumente aus der Zeitspanne 1292 bis 1984. An der Fassade erkennt man einen dekorativen Fries mit den Wappen der Stadt Hermannstadt, des Verwaltungskreises Hermannstadt und Siebenbürgens. Die Armbrustergasse führt Sie durch das Generalloch, wie der Durchgang unter dem ehemaligen Haus des Kommandierenden Generals von Siebenbürgen im Volksmund genannt wird, zurück auf den Großen Ring. 🤔 Wussten Sie, dass:   🔎 die Armbrustergasse 1872 nach dem Komes Mathias Ambruster benannt wurde, von 1947 bis 1970 den Namen „F.D. Roosevelt“ und von 1870 bis 1872 die Bezeichnung „Generalskommandogasse“ trug. 🔎 am Schillerplatz mehr als 200 Jahre lang eine Mühle gestanden hat? 🔎 das Haus mit der Schillerbüste sich im Besitz von Gustav Dietrich befand? Dieser hat das Haus an die gleichnamige Stiftung vererbt.  
Piata Schiller 1, Piața Friedrich Schiller 1, Sibiu 557260, Romania
3.67 3 reviews
Hermannstadt wurde erstmals am 20. Dezember 1191 in einer päpstlichen Urkunde unter dem Namen „Cibinium“ erwähnt. Die Siedlung wurde im 12. Jahrhundert von Sachsen gegründet, die auf Einladung von König Géza II. nach Südsiebenbürgen kamen, um die Grenzen von Ungarn zu verteidigen. Als Gegenleistung für ihre militärischen Dienste wurden die Sachsen mit Privilegien bedacht. Die Goldene Bulle, die 1224 von König Andreas II. von Ungarn ausgegeben wurde, legte einige dieser Privilegien fest.  Im Jahr 1366 wurde die Stadt zum ersten Mal unter dem Namen „Hermannstadt“ urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit hatte die Stadt etwa 1900 Einwohner sowie 13 Handwerkszünfte, die zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt maßgeblich beitrugen. In demselben Jahrhundert wurden auch schon ein Spital, eine Bibliothek, eine Schule und eine Münzanstalt erwähnt. Als Folge der wirtschaftlichen Entwicklung, der Urbanisierung und der Vollendung des Festungssystems wurde Hermannstadt im Jahre 1692 zur Hauptstadt Siebenbürgens erklärt. Bis 1791 blieb dieser Status erhalten. Hermannstadt hielt mit den anderen Städten der damaligen Zeit Schritt und entwickelte sich weiter. Im darauffolgenden Jahrhundert wurde das erste öffentliche Museum in Südosteuropa eröffnet (1817), die Eisenbahnstrecke Hermannstadt – Klein-Kopisch gebaut (1872) und die Elektrizität eingeführt (1897).  Der 1. Dezember 1918 markiert die Vereinigung Siebenbürgens mit Rumänien und somit einen neuen Abschnitt in der Geschichte der Stadt. Die ethnische Struktur von Hermannstadt veränderte sich ebenfalls. Es folgte eine massive Auswanderung der sächsischen Bevölkerung und eine Zuwanderung von Rumänen aus anderen Regionen. Die Stadt passte sich dem Zeitalter der Industrialisierung an.  Im Dezember 1989 war Hermannstadt eine der ersten Städte des Landes, die sich der Revolution gegen das kommunistische Regime in Rumänien anschloss.  Im Jahr 2007, als Rumänien der Europäischen Union beitrat, war Hermannstadt in Partnerschaft mit Luxemburg und der Großregion Europäische Kulturhauptstadt. 2011 wurde Hermannstadt als einziges Reiseziel in ganz Rumänien mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnet. 2019 erhielt auch das ASTRA Museum ebenso viele Michelin-Sterne.  Der 9. Mai 2019 ist dank des hier abgehaltenen informellen Gipfels der EU-Staats- und Regierungschefs in die Geschichte von Hermannstadt eingegangen. 2019 wurde die gesamte Region zur Europäischen Gastronomieregion ernannt.  Im Juni 2019 besuchte Papst Franziskus anlässlich seiner apostolischen Reise nach Rumänien auch Hermannstadt. 2021 - 2022 ist Hermannstadt die Europäische Hauptstadt des Wanderns. 🤔 Wussten Sie schon?  🔍 Hermannstadt besitzt eine Chronik der wichtigsten Ereignisse von 1100 bis 1929, welche von dem Historiker, Ethnographen und Schriftsteller Emil Sigerus (1854 - 1947) verfasst wurde. 🔍 Einige der wichtigsten Daten in der Geschichte der Stadt und des heutigen Rumäniens sind: 1494 - die erste Apotheke, 1525 - die erste Druckerei, 1534 - die erste Papierfabrik, 1544 - das erste Buch in rumänischer Sprache, 1555 - Conrad Haas entwickelte die erste Mehrstufenrakete auf der Welt; 1717 - die erste Bierbrauerei. 🔍 Zu den kollektiven Rechten der Siebenbürger Sachsen zählten die Steuerfreiheit und das Recht, den Königsrichter und später den Bürgermeister der Stadt frei zu wählen. 🔍 Einer der Spitznamen von Hermannstadt ist „Rote Stadt“. Diesen Namen erhielt die Stadt nach mehreren gescheiterten Belagerungen durch die Osmanen, vielleicht wegen den roten Ziegelmauern. 
Piața Mare, Sibiu, Romania
Dieses Gebäude ist einzigartig auf dem Großen Ring. Die Fassade besteht aus einem hohen Tor und einem hohen Dach bestehend aus zwei Stufen. Diese Elemente deuten auf die Zeitspanne hin, in der die Bauarbeiten stattfanden: österreichischer Spätbarock - 18. Jahrhundert in Siebenbürgen. Dieses solide Gebäude beherbergt das erste öffentliche Museum aus Südosteuropa und das dritte der Welt. Das Museum wurde 1817 für die Besucher geöffnet, 14 Jahre nach dem Tod Gründers, Baron Samuel von Brukenthal. Brukenthal ist einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Geschichte Hermannstadts und Siebenbürgens. Am Hof der Kaiserin Maria Theresia war er der Vertreter der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft und später wurde er Berater der Kaiserin. 1777-1787 war er Gubernator von Siebenbürgen. Seine Leidenschaft für Kunst, Literatur, Kartographie, Münzkunde und Wissenschaften machte aus ihm einen Sammler von Kunst, Büchern, Münzen, Mineralien und von weiteren Wertsachen, die in seinem Palais am Großen Ring untergebracht wurden. Er kämpfte gegen das neue Verwaltungssystem von Kaiser Joseph II., zwecks des Erhalts der Rechte der Nationen in Siebenbürgen. Brukenthal beschäftigte sich auch mit der Entwicklung der Landwirtschaft und mit der Viehzucht.
Piața Mare 4 - 5, Sibiu 550163, Romania
5.0 1 review
Beim Verlassen des Touristeninformationszentrums betreten Sie den Großen Ring, das Herz der Stadt. Dieser hat sich über die Jahrhunderte, entsprechend der geschichtlichen Ereignisse verwandelt. Die Konturen dieses Platzes konkretisieren sich nachdem Hermannstadt das Recht erhalten hat, regelmäßige Märkte zu organisieren. Nachdem Hermannstadt auch das Recht der Gerichtsbarkeit erhielt, fanden bis ins 18. Jahrhundert hier auch die öffentlichen Hinrichtungen statt. Auf dem Großen Ring wurden auch die städtischen Getreidekammern angelegt. Die Standorte dieser Getreidekammern sind heute durch fünf schwarze Marmorplatten sichtbar gemacht. Nicht weit von hier sehen Sie ein aus roten Steinen markiertes, Pentagon welches den ehemaligen Standort der Statue von Johannes von Nepomuk darstellt. Einige Schritte weiter erinnert eine Gedenktafel an die gefallenen Helden der Revolution 1989. Daneben markiert ein Kreis aus roten Steinen die Stelle des ersten Röhrenbrunnens der Stadt. Von 1984 bis 2004 hat die Statue des Pädagogen Gheorghe Lazăr den Großen Ring beherrscht. Heute steht eine neue Version der Statue von Gheorghe Lazăr vor dem Ratturm. Gen Osten markiert ein weiterer roter Kreis den Ort des Prangers, geschmückt mit einer Säule, auf der die Rolands Statue stand. Dieser symbolisierte die Autorität und die legislative Autonomie Hermannstadts. Stellen Sie sich die vielen Generationen vor, die zu Fuß, in Pferdekutschen, Omnibussen, Straßenbahn und Autos über den Großen Ring gingen und fuhren, um sich hier zu treffen.  Hier hatten die Bürger die Möglichkeit gehabt, bei öffentlichen Hinrichtungen bis zu Feiern wichtiger Städteereignisse dabei zu sein.  Das heutige Aussehen des Großen Rings spiegelt die Geschichte und Kultur der Stadt wieder.  🤔 Wussten Sie dass:  🔎 der Große Ring 142 Meter lang und 93 Meter breit ist? 🔎 auf dem Großen Ring im 18. Jahrhundert das „Narrenhäusel“ aufgestellt wurde, wo diejenigen ,,ausgestellt“ wurden, welche die Nachtruhe störten? 🔎  die 1734 auf dem Großen Ring aufgestellte Nepomukstatue  1948 abgetragen wurde und heute im Innenhof des ehemaligen Jesuitenklosters (heute römisch-katholisches Stadtpfarramt) steht?      
Piața Mare, Sibiu, Romania
Was macht Hermannstadt so bedeutend? Sind es die in Pastellfarben gestrichenen Häuserfassaden, die „Augen“, die über die Stadt wachen oder ganz einfach die dahinter versteckten Geschichten?  Das Haus rechts vom Brukenthalpalais erinnert an Johanna Balk, die sich eine Nadel ihrer Brosche ins Herz gestochen hat, um ihrem Ehemann treu zu bleiben.  Das Haus daneben beherbergte die Apotheke „Zum schwarzen Adler“. Im gleichen Haus, auch noch als das „Möringer Haus“ bekannt öffnete im 18. Jahrhundert das erste Hermannstädter Theater.  Links von der Mündung der Heltauergasse mit dessen 13 Fenstern zum Großen Ring hin steht das „Generalhaus“. Der Innenhof dieses Gebäudes wurde so abgeändert, um den ,,Generalloch“ genannten Durchgang zur Armbrustergasse (Strada Arhivelor) zu ermöglichen. Weiter links vom Generalhaus befindet sich das „Hecht Haus“, benannt nach seinem Besitzer Georg Hecht, welcher u. a. auch Bürgermeister der Stadt gewesen ist. Hier öffnet im 18. Jahrhundert das erste Postamt seine Türen. Dieses Gebäude diente später auch als Hauptsitz der Sächsischen Nationsuniversität.  Die steinernen Fensterrahmen und die angemalten Löwen lenken den Blick auf das „Haller Haus“. Zögern Sie nicht, durch das Portal in den Innenhof zu gehen, wo Sie den Wohnturm der Familie Haller entdecken können. Einige Häuser weiter links erhebt sich das Gebäude, wo sich heute der Sitz des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien befindet. Gegenüber liegt das „Lutsch Haus“ welches über die Jahrhunderte als Wirtshaus, Buchhandlung, Apotheke, Brauerei, Kasino und Restaurant funktionierte. Heute ist es der Sitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt. An der Nordseite des Großen Rings befindet sich die im 18. Jahrhundert erbaute römisch-katholische Dreifaltigkeitskirche. Die Gottesdienste werden hier in deutscher, ungarischer und rumänischer Sprache gehalten, was auf die Tradition der ethnischen und konfessionellen Toleranz in der Stadt hindeutet. Daneben in Richtung Ratturm steht das Stadtpfarramt, das ehemalige Jesuitenkloster.  🤔 Wussten Sie dass:  🔎  im Erdgeschoss des Hauses mit der Nr. 9, im 19. Jahrhundert, das erste Fotoatelier Siebenbürgens in Betrieb war? Die Werkstatt gehörte der ersten Fotografin auf dem Gebiet des heutigen Rumänien, Kamilla Asboth (1838-1908). 🔎 zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, das „Blaue Haus“ der Hauptsitz der deutschen Gestapo gewesen ist?  🔎 Sie online, Dank der Webcams, die Sie auf der Sibiu City App finden, stets sehen können, was auf dem Großen Ring passiert?  
Piața Mare, Sibiu, Romania
Während sich die Bürger der Stadt im Mittelalter auf dem Großen Ring trafen, um öffentlichen Hinrichtungen beizuwohnen, treffen sie sich heutzutage, um bei Konzerten und Veranstaltungen dabei zu sein. Der Große Ring war und ist der Schauplatz der wichtigsten historischen Ereignisse.  Hier haben sich beim EU-Summit 2019 alle Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten getroffen. Hier hat das Projekt „Europäische Kulturhauptstadt 2007“ Start und Abschluss gefeiert. Die Agenda der Ereignisse beginnt im Frühling mit dem „Ostermarkt“. Es folgt im Mai das „Jazzfestival“. Ende Mai findet der „Hermannstädter Marathon“ statt. Im Juni verwandelt sich der Große Ring in eine Bühne für die Vorstellungen im Rahmen des Internationalen Theaterfestivals. Hier starten auch die darauf folgenden Sportevents wie die „Hermannstädter Radtour“ und die „Hermannstädter Rallye“. Im August treffen sich die Rock-Fans beim „Artmania Festival“ und die Liebhaber der klassischen Musik beim „Classic for Pleasure Festival“. Für Folklore Begeisterte bietet sich, das „Cântecele Munților“-Festival (Lieder der Berge) an. Der September beginnt mit dem Töpfermarkt und endet mit dem „Cibinfest“. Der Oktober widmet sich dem „Astra Film Festival“, und sobald der Wind den Winter bringt, wird hier der Weihnachtsmarkt eröffnet.  Tausende Menschen Hermannstadts und viele Besucher feiern gemeinsam Silvester am Großen Ring. Sobald die Feiertage zu Ende sind, wird bis zum Frühling erst einmal alles wieder still.  🤔 Wussten Sie dass: 🔎 das Internationale Theaterfestival die Stadt für 10 Tage in eine Bühne verwandelt? 🔎 die künstlerischen Darbietungen tausende Zuschauer anziehen?  🔎 das Internationale Jazzfestival zum ersten mal 1977 organisiert wurde, und dass es somit zum ältesten Festivals des Landes zählt?  🔎 das „Cântecele Munților Festival“ vom Ensemble „Cindrelul-Junii Sibiului“ organisiert wird? Dieses Ensemble wurde 1944 gegründet und ist das erste professionelle Folkoreensemble Rumäniens.  🔎 am 5. Dezember 1703 Johannes Sachs von Harteneck am Großen Ring öffentlich hingerichtet wurde? Grund dafür waren Interessenkonflikte zwischen dem Habsburgischen Reich und dem Hermannstädter Bürgermeister.  
Piața Mare, Sibiu, Romania
 Beginnen Sie eine Reise durch die engen Gassen der Stadt. Dabei werden Sie auf Schritt und Tritt von den „Augen“ auf den Dächern der Stadt beobachtet. Begeben Sie sich Richtung Bischofsplaais (Hauptsitz des Landeskonsistoriums und des Bischofs der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien). Auch noch als das „Filek Haus“ bekannt, handelt es sich um ein hohes Haus mit einer grauen Fassade. Gegenüber liegt heute das Gheorghe Lazăr-Gymnasium. Diese Schule haben unter anderen Persönlichkeiten wie der Pädagoge Gheorghe Lazăr, der Dichter Octavian Goga und der Philosoph Emil Cioran besucht. Folgen Sie der Sporergasse bis zur „Kleinen Erde“ (Strada Filarmonicii) und biegen Sie hier rechts ab. Die erste Straße links ist die Franziskanergasse (Strada Șelarilor) wo sich die im gotischen Stil gebaute und barock umgebaute Franziskanerkirche befindet. Zögern Sie nicht, die ersten Stufen herunter zu gehen um sich an der barocken Inneneinrichtung zu erfreuen. Am Ende der Franziskanergasse ist der vierte Befestigungsring zu sehen. Finden Sie die engste Straße links und folgen Sie dieser um zurück auf der Sporergasse zu gelangen. Zurück auf der Sporergasse werden Sie zu Ihren Rechten die griechisch-katholische Ursulinenkirche sehen. Diese wurde im 15. Jahrhundert von den dominikanischen Mönchen im gotischen Stil erbaut. Nach der Reformation diente diese als Getreidelager, bis 2 Jahrhunderte später als die Nonnen des Ursulinen Ordens die Kirche im barock Stil renovieren. Vor der Kirche sehen Sie die Statue des Humanistens , Historikers, Politikers und Erzbischofs von Esztergom, Nikolaus Olahus. Dieser wurde am 10 Januar 1493 in Hermannstadt geboren. Wenige erinnern sich, dass durch die Sporergasse die Schmalspurbahn aus Reschinar (Rasinari) bis zum Hauptbahnhof verlief. Da der Aufstieg bei der Ursulinenkirche der steilste war, mussten oftmals die Leute aussteigen damit es diese den Hügel schafft. 🤔 Wussten Sie dass: 🔍 das Gheorghe Lazăr Gymnasium bis 1849 das Jesuiten Gymnasium mit lateinischer Unterrichtssprache gewesen ist? Bis 1868 war es ein deutsches Gymnasium, danach diente es bis 1919 als ungarisches Staatsgymnasium und ist bis heute ein rumänisches Gymnasium. 🔍 Die Franziskanerkirche 2011 als Filmkulisse für den Hollywood Film „Ghost Rider“ mit Nicolas Cage diente? 🔍 Im Triumphbogen der Ursulinenkirche die Inschrift „Haec Aedes Pietate Mariae Theresiae Reginae Augustae Fuita Ac Restavrata Est“ zu lesen ist (Dieser Sakralbau wurde mit Hilfe der Königin Maria Theresia restauriert). 
Strada Șelarilor 14, Sibiu 550166, Romania
Die Statue des Nicolaus Olahus liegt vor der Gabelung der Sporergasse (Strada Magheru) mit der Reispergasse. Obwohl es eine der ältesten Straßen der Stadt ist (16. Jahrhundert), deuten die Fassaden darauf hin, dass hier Handwerks- und Adelsfamilien, später Händler und Persönlichkeiten der Stadt gewohnt haben. Die Anfang des 20. Jahrhunderts renovierten Gebäude erinnern an den Jugendstil. In der Reispergasse steht eines der ältesten Häuser der Stadt, das „Böbelhaus“. Dieses hat seinen gotischen Baustil beibehalten, was man auch an dem gotischen Treppengiebel erkennen kann. Das Haus trägt den Namen des Bäckers und Künstlers Johann Böbel, der hier gewohnt hat. Bekannt ist er als Künstler durch das „Böbel-Album“ geworden, ein Album mit Gemälden der heute nicht mehr vorhandenen Befestigungsanlagen und Stadttoren. Wenn Sie Ihren Spaziergang Richtung Großen Ring fortsetzen, werden Sie zu Ihrer Rechten, , auf Nummer 11, ein imposantes Gebäude mit einer schön dekorierten Fassade sehen, das im 18. Jahrhundert den Sitz der Freimaurerloge Heiliger Andreas zu den drei Seerosen beherbergt hat. Die Symbole an der Fassade erinnern noch daran. Ein Teil der Gebäude in der Reispergasse sind auf dem dritten Bering gebaut worden. Am besten ist dies im Hof der Reispergasse Nr. 9 zu sehen, also trauen Sie sich. Bevor Sie auf dem Großen Ring ankommen, können Sie hier noch einen der schönsten Innenhöfe der Stadt sehen. Gehen Sie dafür unter dem Tordurchgang des Hauses Nr. 8, welches einen Balkon hat auf dem das Monogramm „BB“ (Baron Brukenthal) zu sehen ist, hindurch.  🤔 Wussten Sie dass:  🔎 um Teile des dritten Berings zu sehen, müssen Sie von der Reispergasse links unter der Schülerpassage in die Neustift (Strada Movilei) abbiegen? 🔎 in der Reispergasse während der Revolution 1848 Persönlichkeiten wie Simion Bărnuțiu, George Barițiu, Nicolae Bălcescu, Timotei Cipariu und Avram Iancu gewohnt haben? 
Strada Avram Iancu, Sibiu, Romania
5.0 2 reviews
Bevor Sie auf den Kleinen Ring gehen, bleiben Sie kurz stehen und bewundern sie ein Wahrzeichen der Stadt, den Ratturm. Wie Sie vielleicht bemerkt haben, dient dieser Turm auch als Logo der „Sibiu City App“. Der Turm könnte das Symbol „der kulturellen Diversität und der Brücke zwischen Erbe und Zukunft“ sein, wie es auf den 2007 am Turm angebrachten Tafeln steht. Wenn Sie sich den Turm genauer anschauen, werden Sie zwei steinerne Löwen sehen, die vermutlich aus der zweiten Bauphase stammen.  Der Turm hat zwei Durchgänge, der eine direkt unter dem Turm und der andere durch das links anliegende Haus. Letzterer wurde 1930 neu gebaut.  Im 13. Jahrhundert diente der Durchgang unter dem Turm als Eingang in die Stadt vom zweiten Bering aus. Der Turm ist oft durch Naturkatastrophen oder durch Brände zerstört worden und wurde somit im 17. Jahrhundert neu gebaut. Das aktuelle Dach stammt aus dem 19. Jahrhundert. In einem bekannten Ölgemälde von Franz Neuhauser erkennt man, dass der Turm ein Hauptdach flankiert von vier Ecktürmchen hatte (ähnlich der evangelischen Stadtpfarrkirche). Der Ratturm hat über die Jahrhunderte mehrere Rollen gehabt: Befestigungsturm, Feuerwehrturm, Getreidelager, Gefängnis, Museum.  Heutzutage erfreuen sich die Besucher des Ratturms an einer tollen Aussicht aus den oberen Fenstern der Turms. Um da anzukommen muss man 141 Stufen hoch steigen. Sie glauben es nicht? Dann zählen Sie nach.  🤔 Wussten Sie dass: 🔎  der Turm „Ratturm“ heißt, weil das rechts von ihm liegende Haus das erste Rathaus Hermannstadts beherbergt hat? 🔎 bei optimalen Wetterbedingungen, vom südlichen Fenster, die Gipfel der Fogarascher Berge in den Südkarpaten gut zu sehen sind? 🔎 der Ratturm 2019 von knapp 60.000 Leuten besucht worden ist?
Piața Mică 1, Sibiu 550182, Romania